Wann sollte man sich ein eigenes Haus kaufen?

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Beim Hauskauf stellt sich immer die Frage, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um die Immobilienfinanzierung konkret in Angriff zu nehmen. Hinsichtlich der Anlagestrategie sollte hierüber schnellstmöglich Klarheit herrschen. Schließlich soll das gesamte Eigenkapital zur Verfügung stehen, wenn es zu dem Hauskauf kommen soll.

Doch leider lässt sich der genaue Zeitpunkt nie so genau voraussagen. Ein 30Jähriger wird vielleicht behaupten, in 5 Jahren sei der ideale Zeitpunkt für eine Immobilienfinanzierung gekommen. Die ganze Situation würde sich allerdings unerwartet verschlechtern, wenn es plötzlich zu einer langfristigen Arbeitslosigkeit kommt. Genauso gut könnte es aber auch passieren, dass er plötzlich in den Genuss einer Erbschaft kommen wird, wodurch das Haus Kaufen schon früher vonstatten gehen kann.

Verschieben würde man die geplante Anschaffung wiederum, wenn es zu einer beruflich bedingten Versetzung ins Ausland kommen würde. Darüber hinaus könnte es auch noch zu privaten Zwischenfällen kommen (Zuwachs in der Familie, Ehescheidung etc.), die sich ebenfalls auf den geplanten Hauskauf auswirken. Hieraus ergibt sich die Tatsache, dass sich der ideale Kauf-Zeitpunkt keineswegs konkret voraussagen lässt.

Flexibilität und Sicherheit abwägen

Hinsichtlich der Anlagestrategie ist also auf eine zeitliche Flexibilität zu achten. Zu bevorzugen sind deshalb Sparvarianten, bei denen man den Zeitpunkt des Geldabrufs selbst wählen kann. Dies geht natürlich nur, wenn die Mindestspardauer bereits überschritten wurde. In Folge dessen ist es bei einigen Sparverträgen möglich, das zusammengesparte Kapital jederzeit abzurufen. So zum Beispiel bei den Investmentfonds und bei den Bausparverträgen.

Sollte man schon vor Ablauf der Mindestspardauer das Geld benötigen, ist dies natürlich auch möglich. In diesem Fall wird man aber damit leben müssen, dass man weder Bonus – Zahlungen noch zusätzliche Zinsen erhalten wird. Wirtschaftlich gesehen wäre dies ein großer Nachteil. Aus diesem Grund sollte das Hauskaufen wirklich erst vonstatten gehen, wenn die Mindestspardauer überschritten ist.

Die Gesamtkosten im Blick behalten

Bevor ein Hauskauf vonstatten geht, wird man sich über die Preise der verschiedenen Immobilien informieren. Viele Interessenten begehen hierbei den Fehler, den angezeigten Verkaufspreis als die Gesamtkosten anzusehen. Letztendlich handelt es sich in den Anzeigen aber immer nur um den Netto – Verkaufspreis, woraus sich die Tatsache ergibt, dass der gesamte Hauskauf erheblich teurer ausfallen wird. Auf Immobilienheld sollte man die Immobilienbewertung zu Rate ziehen.

Zunächst einmal ist diesbezüglich die Grunderwerbssteuer zu nennen, die sich derzeit auf 3,5 Prozent beläuft. Hat die Immobilie also einen Verkaufspreis von 200.000 Euro, sind die Kosten nun schon einmal um 7.000 Euro gestiegen. Hinzu kommen dann auch noch die Kosten für die Grundbucheintragung und für den Notarvertrag. Im Regelfall ist hierbei mit 1,5 Prozent zu rechnen, wodurch die erwähnte Immobilie nun schon 210.000 Euro kosten würde.

Weitere Kosten könnten durch den Makler entstehen. Dieser sorgt zwar einerseits für das Finden eines preiswerten Eigenheimes, verlangt dafür aber auch einen festgelegten Prozentsatz. Bei einem erfahrenen Fachmann ist mit etwa 3 Prozent zu rechnen. Somit wären insgesamt 16.000 Euro an Extrakosten hinzugekommen.

Dies ist aber noch nicht alles. Schließlich muss man auch an die Einrichtungen denken. Wer zum Beispiel aus einer kleinen Wohnung kommt, wird nicht genug Möbel haben, um das ganze Haus damit auszustatten. Außerdem wird eine Einbauküche benötigt, die man aus der alten Mietwohnung nicht mitnehmen kann. Gut und gerne entstehen hierdurch weitere Kosten in Höhe von insgesamt 10.000 Euro.

Bezüglich des genannten Beispiels wären die Gesamtkosten also nun insgesamt um 26.000 Euro gestiegen. Bevor es also zu einem Hauskauf kommt, sind diese Kosten unbedingt zu berücksichtigen.

Privat oder vom Makler kaufen?

Ob der Hauskauf privat oder über einen Makler vonstatten geht, hat einen gravierenden Einfluss auf die letztendlichen Gesamtkosten. Schließlich ist die Maklerprovision nicht gerade als gering auszusehen. Im Regelfall liegt diese zwischen 3,5 und 4,5 Prozent. Wurde also ein Wohnhaus für 200.000 Euro erworben, können sich die Zusatzkosten für den Makler auf 9.000 Euro belaufen. Hinzu kommt auch noch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent, wodurch die Maklerkosten noch einmal um 1.710 Euro ansteigen.

Doch wann hat der Makler überhaupt einen Anspruch auf Provision? In dieser Hinsicht herrscht noch immer eine gewisse Unklarheit. Viele Leute behaupten zum Beispiel, die Maklerprovision fällt bei einem jeden Hauskauf an. Dies entspricht allerdings nicht der Wahrheit. Denn der Makler kann vom Käufer nur eine Provision verlangen, wenn er auch wirklich beauftragt wurde. Hat man sich hingegen eigenständig ein Eigenheim gesucht, ist man zu keiner Zahlung verpflichtet.

Dennoch entscheiden sich immer mehr Hauskäufer für die Zusammenarbeit mit einem Makler. Durch die Marktübersicht eines solchen Fachmannes ist es schließlich in vielen Fällen möglich, in den Genuss eines preisgünstigen Angebotes zu kommen und somit, trotz der Maklerprovision, letztendlich günstiger wegzukommen.

Keinesfalls darf man allerdings den Fehler begehen, gleich zwei Makler einzuschalten. Beauftragt man den einen Makler nämlich mit der Immobiliensuche und den anderen mit der Preisverhandlung, wird man beiden Maklern die Provision zahlen müssen; und zwar in voller Höhe.

Wer sich also dagegen entschieden hat, den Hauskauf privat durchzuführen, sollte sich einen erfahrenen Makler suchen und ausschließlich mit diesem einen Fachmann zusammenarbeiten.

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