Immobilien aus Zwangsversteigerung kaufen: Tipps & Infos

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Wer einen Hauskauf in Erwägung zieht, schaut sich zumeist die aktuellen Angebote an. Darüber hinaus gibt es aber auch noch etwa 40.000 Immobilien, die Jahr für Jahr bei einer Zwangsversteigerung angeboten werden. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Häuser bzw. Wohnungen, die der Vorbesitzer nicht mehr finanzieren kann. Aber auch eine Ehescheidung oder ein Streit im Erbrecht kann zu einer solchen Versteigerung führen.

Der Vorteil für den potentiellen Käufer ist hierbei der geringere Preis. Die genaue Kostenersparnis ist zwar immer verschieden, fällt in den meisten Fällen aber sehr gravierend aus. Wer an solch einer Versteigerung teilnehmen möchte, sollte sich im Internet oder in der Zeitung darüber informieren, wann eine Zwangsversteigerung ansteht. Im Regelfall wird etwa 4 – 8 Wochen vor dem Termin hierauf aufmerksam gemacht. Die sogenannte “Bietstunde” hat dann im Regelfall eine Dauer von maximal 30 Minuten.

An der Versteigerung dürfen allerdings nur Personen teilnehmen, die zumindest 10 Prozent des geschätzten Wertes als Sicherheit hinterlegen können. Der genaue Verkehrswert wird direkt in den Anzeigen angegeben. Als Sicherheitsleistung muss man allerdings nicht zwangsweise Bargeld vorlegen können. Eine Bankbürgschaft oder ein Scheck reicht ebenfalls aus.

Nachdem die Versteigerung erfolgreich abgeschlossen ist, wird der Besitz direkt vom Gericht überschrieben. Ein Notarvertrag kommt hierbei nicht zum Vorschein, was den Vorteil mit sich bringt, dass die entsprechenden Kosten wegfallen. Dafür sind allerdings die sogenannten Zuschlagsgebühren zu zahlen, die sich derzeit auf 0,5 Prozent belaufen. Dies ist aber noch immer günstiger als die Kosten für einen Notarvertrag, was den Hauskauf noch einmal günstiger macht.

Vor der Zwangsversteigerung: Die richtige Vorbereitung

Bevor man sich zu einer Zwangsversteigerung begibt und das Haus Kaufen in Angriff nimmt, ist eine ordentliche Vorbereitung von Nöten. Schließlich ist eine Versteigerung nicht mit dem gewöhnlichen Kaufvorgang zu vergleichen. Viele Menschen fühlen sich auf solch einer Versteigerung sogar unsicher und begehen somit Fehler.

Berücksichtigt man die finanziellen Folgen, sind solche Fehler unverzeihlich. Im Idealfall ist man also bereits mit der Prozedur einer Zwangsvollstreckung vertraut. Der Interessent begibt sich also erst einmal zu einer Versteigerung, bei der er überhaupt nicht bieten möchte. Auf diese Art und Weise wird er die besondere Atmosphäre kennenlernen und am entscheidenden Tag wissen, was auf ihn zukommt.

Darüber hinaus sollte man sich natürlich auch gründlich über die Immobilie informieren, die man eventuell ersteigern möchte. Gerne kann man auch einen Besichtigungstermin in Anspruch nehmen. Der Besitzer könnte solch einen Wunsch zwar abschlagen, wird es im Regelfall aber nicht tun. Schließlich ist er daran interessiert, dass bei der Versteigerung letztendlich ein hoher Preis entsteht.

Nachdem man alle Informationen beisammen hat, ist zu überlegen, wieviel Geld einem diese Immobilie wert ist. Ein genaues Preisfenster ist bei einer Teilnahme an einer Versteigerung unverzichtbar. Viele Interessenten begehen nämlich den Fehler, sich von den anderen Bietern anstecken zu lassen und letztendlich weit mehr zu bieten als eigentlich geplant war. Von solch einem Vorgehen ist aber strikt abzuraten. Auch wenn die Verlockung noch so groß ist, sollte man seinen eigenen Vorgaben stets treu bleiben. Schließlich möchte man den Immobilienkauf nicht bald schon wieder bereuen müssen.

Immobilien aus privater Versteigerung: Wirklich sinnvoll?

Eine Immobilienversteigerung kann unter Umständen auch der Kategorie “Hauskauf Privat” zugeordnet werden. Denn nicht jede Versteigerung ist automatisch auch eine Zwangsversteigerung. Hinsichtlich der Durchführung unterscheiden sich diese beiden Versteigerungsvarianten nicht.

Wohl aber hinsichtlich der Kosten. Anders als es nämlich bei einer Zwangsversteigerung der Fall ist, wird der Besitz nicht direkt vom Gericht übertragen. Somit fallen die Notarkosten an, die sich auf 1,5 Prozent belaufen. An der günstigen Zuschlagsgebühr (von 0,5 Prozent) profitiert man hingegen nur bei einer Zwangsversteigerung.

Ein weiterer Unterschied liegt hinsichtlich der aufzubringenden Sicherheit vor. Diese beläuft sich bei einer privaten Versteigerung zwar ebenfalls auf 10 Prozent, jedoch nicht vom Verkehrswert sondern von dem letztendlichen Kaufwert. Dies hat wiederum zur Folge, dass der Bieter nur so hoch bieten kann, wie es ihm seine Sicherheitsleistung erlaubt.

Sollte man letztendlich dennoch den Zuschlag bekommen, fällt auch noch die Courtage für den Auktionator an. Diese beläuft sich auf 5 bis 10 Prozent und sorgt somit für eine ordentliche Portion an Zusatzkosten.

Stellt sich also die Frage, warum man an solch einer Versteigerung teilnehmen sollte. Hinsichtlich der Kosten gibt es jedenfalls kein Argument, das für die Teilnahme an einer privaten Versteigerung spricht. Nur wenn es sich um eine Immobilie handelt, die man wirklich unbedingt erwerben möchte, wäre eine solche Versteigerung zu empfehlen. Gibt es aber auch noch andere Wege, um an die gewünschte Immobilie zu kommen, wäre es besser, den Hauskauf privat bzw. auf die gewöhnliche Art und Weise durchzuführen.

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